Impfungen
Jede Impfung besteht aus der so genannten Grundimmunisierung
und den ein- bis dreijährlichen Auffrischungsimpfungen.
Eine Grundimmunisierung besteht aus 2 Teilimpfungen im Abstand von 3-4 Wochen und einer weiteren maximal 12 Monate später.
Ihr Ziel ist es, im Körper eine Art Gedächtnis hervorzurufen, das für einen Zeitraum von etwa einem Jahr anhält.
Auffrischungsimpfungen sollten daher maximal 14 Monate später stattfinden, da dieser Effekt sonst verloren gehen kann und eine neuerliche Grundimmunisierung nötig ist.
Voraussetzungen:
Der Hund muss zum Zeitpunkt der Impfung gesund und frei von Parasiten sein.
Etwa ein bis zwei Wochen vor der Impfung sollte deshalb eine Entwurmung und eine Flohbehandlung durchgeführt werden.
Impfplan
| Impfplan | Grundimmunisierung | Nachimpfung | Wiederholung |
| Wirkstoff gegen | 7.-8. Woche | 12.-13. Woche | |
| Parvovirose | + | + | jährlich |
| Zwingerhusten | + | + | jährlich |
| Hepatitis | + | + | mind. alle 2 Jahre * |
| Leptospirose | + | + | jährlich |
| Staupe | + | + | mind. alle 2 Jahre * |
| Tollwut | + | jährlich | |
| *je nach Impfstoff,
bzw. Infektionsdruck Seit neuestem ist es möglich, gegen Tollwut nur alle 3 Jahre impfen zu lassen, wenn der Impfstoff dafür zugelassen ist. |
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Der dargestellte Impfplan stellt eine grobe Richtlinie da.
Gegen welche Erkrankungen Ihr Hund wann geimpft werden sollte, besprechen Sie bitte mit Ihrem Tierarzt.
Sie können sich einen individuellen Impfplan erstellen lassen.
Parvovirose - („Katzenseuche“) :
Die Parvovirose gehört neben der Staupe zu den bedeutendsten und hochgradig ansteckenden Infektionskrankheiten des Hundes. Da sie ursprünglich bei Katzen vorkam, wird sie auch als Katzenseuche bezeichnet. Besonders empfindlich sind Welpen mit ungenügender Menge maternaler Antikörper. Parvoviren kommen bei den verschiedensten Wirbeltieren vor. Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich von Hund zu Hund und über den Kot. Auch der Mensch kann beispielsweise mit dem Schuhwerk die Viren über weite Strecken verbreiten. Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 7 Tage.
Die Krankheit ist durch einen akuten Verlauf gekennzeichnet. Sie kann in zwei unterschiedliche Formen auftreten, je nachdem, ob Herzmuskel oder die Schleimhaut des Magen- Darm-Kanals befallen und geschädigt werden.
Die mit Herzmuskelentzündung einhergehende Form befällt vor allem Welpen im Alter von 14 Tagen bis 12 Wochen und führt gewöhnlich innerhalb von 1 bis 3 Tagen zum Tod. Die Welpen zeigen völlige Appetitlosigkeit, erhebliche Störungen des Allgemeinbefindens und zunehmende Atemnot.
Weitaus häufiger ist die Form der Magen- Darm- Erkrankung. Von ihr werden Hunde jeden Alters betroffen. Die Symptome treten völlig überraschend, mit wiederholtem Erbrechen von Mageninhalt und galleartigem Schleim sowie mit völliger Verweigerung von Nahrung, auf. Im Unterschied zum Erbrechen z.B. bei Nierenversagen oder Leptospirose besteht kein übermäßiger Durst. Zu Erbrechen kommt oft schon nach wenigen Stunden, spätestens aber am 3. bis 5. Krankheitstag - wässrig-schleimiger Durchfall, übelriechend, graugelblich oder auch von blutiger Beschaffenheit. Nicht selten erfolgen die Entleerungen „explosionsartig“ in heftigem Strahl. Der anhaltende Durchfall und das ständige Erbrechen führen zu einem lebensbedrohlichen Flüssigkeitsverlust mit äußerst nachteiligen Folgen für Stoffwechsel und Kreislauf. Der Hund verhält sich von Anfang an teilnahmslos. Die Körpertemperatur kann fieberhaft oder normal sein, ein Absinken unter die Norm bei Verschlechterung des Allgemeinzustandes ist als ein ernstes Krankheitszeichen zu werten. Hat der Hund die ersten 5 Krankheitstage überstanden, lässt der Durchfall nach wenn sich der Appetit wieder einstellt, bestehen gute Aussichten auf Genesung. Bei akutem und eindeutigem Krankheitsverlauf (häufiges Erbrechen, heftiger vor allem blutiger Durchfall) sollte der Tierarzt unverzüglich aufgesucht werden, denn bei einer frühzeitig einsetzenden Behandlung ist eine wirksame Bekämpfung des Virus möglich.
Zwingerhusten :
Die Bezeichnung "Zwingerhusten" kommt nicht daher, dass von dieser Erkrankung nur im Zwinger gehaltene Hunde betroffen sind. Vielmehr versuchte man in der Bezeichnung zum Ausdruck zu bringen, dass die Erkrankung häufiger an Orten auftritt, wo größere Hundebestände zu finden sind, z.B. in großen Zuchtbetrieben, auf Hundeplätzen, in Tierheimen, Hundepensionen oder auf Ausstellungen. Dieses eine Kriterium allein reicht aber nicht aus, damit Zwingerhusten bei einem Hund ausbricht. Es müssen mehrere ungünstige Umstände zusammenkommen, damit der Erkrankungsfall eintritt, es ist also eine so genannte Faktorenkrankheit. Ein Faktor könnte eine Schwächung des Immunsystem eines Hundes sein, dazu trägt Stress bei, beispielsweise Wachstum, Zahnwechsel, Veränderungen der Lebensumstände, Prüfungsdruck etc. Sehr wechselhafte Wetterlagen wie in Frühjahr oder Herbst können das Geschehen ebenfalls begünstigen.
Als Erreger des Zwingerhustens kommen gleich eine ganze Reihe verschiedener Viren und Bakterien in Frage. Die Ansteckung erfolgt über eine Tröpfcheninfektion, und schlagartig sind die meisten Tiere einer Hundegemeinschaft erkrankt. Man spricht dann von einer Entzündung des Kehlkopfs, der Luftröhre und der Bronchien.
Die Tiere haben anfallartigen, trockenen Husten und oft kommt zunächst klarer Nasenausfluss und eine Mandelentzündung dazu.
Die erkrankten Hunde brauchen viel Ruhe und sollten von anderen Hunden getrennt werden. Die Luft sollte warm, nicht zu trocken aber nicht stickig sein. Ein gegen Kälte von unten isolierter und gegen Zugluft abgeschirmter Liegeplatz sollte vorhanden sein. Nach 1-2 Wochen kommt es meist zur Ausheilung. Bei schwachen oder gestressten Tieren kann es allerdings zu ernsthaften Komplikationen kommen. Man kann auch vorbeugend gegen einige der Zwingerhusten auslösenden Erreger impfen. Eine rechtzeitig durchgeführte Impfung kann z.B. sinnvoll sein, wenn der Hund mit zahlreichen fremden Hunden in Kontakt kommt, z.B. auf Ausstellungen oder in Tierpensionen.
Hepatitis :
Hepatitis ist eine ansteckende, durch Viren hervorgerufene Leberentzündung.
Der korrekte Name ist Hepatitis contagiosa canis (HCC).
Sie verursacht die Entzündung von Leber sowie Magen, Darm und Lunge. Bereits wenige Stunden nach Ausbruch kann Hepatitis tödlich verlaufen.
Die Infektion erfolgt auf dem gleichen Weg wie die Staupe.
Die Symptome ähneln vor allem am Beginn der Krankheit denen der Staupe: Fieber, Appetitlosigkeit, vermehrter Durst, Bauchschmerzen. Viele Hunde, besonders Welpen sterben schon in dieser Krankheitsphase.
Aufgrund der auftretenden Bauchschmerzen ist beim Hund eine starke Berührungsempfindlichkeit besonders hinter dem Rippenbogen zu beobachten.
Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es besonders bei älteren Tieren zu Erbrechen, Durchfall, Mandelentzündung, Rachenentzündung und Bindehautentzündung.
Wenn die Krankheit überlebt wird, bleiben als Dauerschäden Trübungen der Augenhornhaut zurück, die zur Erblindung führen kann.
Leptospirose :
Leptospirose ist eine ansteckende bakterielle Infektion.
Sie kann lebensbedrohlich sein. Leider ist auch der geimpfte Hund nicht vollständig gegen die Erkrankung geschützt. Dies resultiert im Wesentlichen daraus, dass es mehrere Unterarten der so genannten Leptospiren gibt.
Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren sowie über Kontaminationen von Erde und Wasser. Der Erreger überlebt vor allem in warmem Wasser (z.B. Pfützen im Frühsommer). Die meisten Hunde entwickeln akute Nieren- und häufig auch Leberfunktionsstörungen.
Typische Symptome sind: Fieber, steifer Gang, Muskelschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Gelbverfärbung der Schleimhäute.
Große Mengen der Erreger werden mit dem Harn ausgeschieden und bleiben lange Zeit in der Umgebung ansteckungsfähig.
Eine Folge der Erkrankung kann chronisches Nierenversagen sein.
Staupe :
Staupe ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, bei der die Hunde Fieber bekommen und unterschiedliche Symptome auftreten können, unter anderem Bewegungsstörungen, Lähmungen, Gleichgewichtsstörungen, Durchfall, Erbrechen, Hustenanfälle, eitriger Nasenausfluss bis hin zur Lungenentzündung.
Dabei müssen nicht alle Symptome gleichzeitig vorkommen.
Der Krankheitsverlauf ist bei jedem Hund unterschiedlich und kann im schlimmsten Falle tödlich enden.
Da infizierte Tiere mit allen Körperflüssigkeiten Viren ausscheiden, ist Staupe hoch ansteckend.
Tollwut :
Eine der gefährlichsten Krankheiten für Mensch und Tier ist die Tollwut. Durch vielfältige Maßnahmen ist es gelungen, die bis heute unheilbare Tollwut einzudämmen. Sie kommt aber immer noch gebietsweise vor. Besonders Hunde und Katzen werden durch den Kontakt mit Wildtieren, hauptsächlich mit Füchsen, angesteckt. Mit dem Speichel oder beim Biss wird das Virus übertragen.
Früher kam es zu dem typischen Krankheitsverlauf bei den Hunden, die sich "wie toll" benahmen. Heute sehen die Symptome häufig anders aus. Infizierte Tiere verhalten sich über eine längere Zeit fast normal, sind ruhig und unauffällig. Dieser äußere Eindruck täuscht. Tollwutinfizierte Tiere sind äußerst gefährlich und der Umgang mit Ihnen ist auf jeden Fall zu vermeiden. Es ist allgemein bekannt, dass man "zahmen" Füchsen in der Natur ausweichen soll. Durch die Tollwut geht die natürliche Scheu vor dem Menschen verloren.
Erst nach Wochen und Monaten nach der Ansteckung kann es zu klinischen Symptomen kommen, die mit Juckreiz, Speichelfluss, Unruhe und Beißwut auf Tollwut hinweisen können.
Die einzige Maßnahme, die unseren Hund vor einer Tollwuterkrankung sicher schützt, ist die vorbeugende Impfung. Wichtig ist, dass der Impfschutz regelmäßig erneuert wird.